reflections

Es ist schon komisch...

Hier ploetzlich zu sitzen, so alleine, so ganz ohne ihn. Einerseits ist es ein neues Gefuehl, andererseits scheint es so wiederlich vertraut. Dieses Gefuehl, so einsam zu sein, obwohl er vor noch nicht all zu langer Zeit auch hier war, ist schon laenger mein staendiger Begleiter. Ich wusste schon damals tief in mir, dass ich den Bogen ueberspannt hatte. Ich habe ihn ausgenutzt, unabsichtlich, doch ich habe es getan. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er keinen Bock mehr hatte. Und so wurden die Wochenenden immer einseitiger und einsamer, obwohl wir beim anderen waren. Jede Sache, die uns nicht passte, wurde Anlass fuer einen Streit, der sich meist uebers ganze Wochenende hinzog. Oft war ich auch ohne triftigen Grund sauer, weil ich einfach Aufmerksamkeit von ihm wollte. Dass das eine Scheisshausidee war weiss ich jetzt auch, nur ich wusste mir nicht anders zu helfen. Einmal wurde es ganz schlimm, als ich mir mit scharfgekauten Fingernaegeln mir das Handgelenk blutig gekratzt habe. Ich fuehlte mich so allein, ich wollte, dass er sich wieder um mich Sorgen macht, weil dass letztendlich der einzige Grund war, warum er ueberhaupt noch bei mir geblieben ist. Er hatte Angst, dass ich mich irgendwann wirklich umbringe, dass er sich deshalb schuldig fuehlen wuerde, ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass er nur noch aus Mitleid mit mir zusammen war. Waere es nicht der plotzliche Urlaub gewesen, dann haette es nur einige Tage gebraucht, bis ein weiterer Tropfen das Fass zu ueberlaufen gebracht haette. Letztendlich wussten wir beide im vorraus, dass die besagte letzte Chance nur eine weitere Notlüge war, um uns die Situation zu erleichtern.

26.9.14 21:23

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